Öffentliche Anhörung des Unterausschusses
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zum Thema - 6.11.2006
"Zur Situation und Entwicklung des deutschen Auslandsschulwesens
als eines der wichtigsten Instrumente der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik"
siehe Wortprotokoll
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von links:
Prof. Dr. K. R. Bausch,
Wiss. Beirat DaF
D. Ernst, Vorstand DS Shanghai
Dr. J. Schumann, Schulleiter DS Shanghai
W. Gotterbarm, Vorsitzender AG Auslandsschulen GEW
K. Wecht, Vorsitzender VDLiA
J. Lauer, Leiter ZfA
Dr. A. Hüfner, stellv. Generalsekretärin KMK
J. Pulido, Vorsitzender WDA
L. Strauch, IHK
M. Pfeiffer, IHK |
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von links:
H. Leibrecht, MdB
Prof. M. Grütters, MdB
Dr. P. Gauweiler, MdB
P. Dettmar, AA
A. Krüger-Leissner, MdB |
Stellungnahme des WDA
Deutsche Auslandsschulen entsprechen verschiedenen Schultypen, hauptsächlich:
- deutschsprachige Schulen, “Expertenschulen”, “Botschaftsschulen”
(führen wenn 12/13-klassig zum Abitur)
- Begegnungsschulen (führen zum Abitur + nationalem Abschluss;
deutsches Sprachdiplom)
- Schulen mit verstärktem Deutschunterricht
(führen zum nationalen Abschluss)
- deutsche Berufsschulen (duales System; Verbindung mit Handelskammern)
Viele deutschsprachige Schulen, alle Begegnungsschulen und alle Schulen
mit verstärktem Deutschunterricht:
- sind Privatschulen in ihrem Sitzland, meistens e.V., von Deutschland
anerkannt und gefördert
- als e.V. sind die Schulträger verantwortlich und riskieren ihren Besitz
/ ihr Kapital; sie sind Unternehmer
- zur Sicherung ihrer Arbeit sind sie auf deutsche amtliche Unterstützung
angewiesen (Schulbeihilfe, aber vor allem Lehrer)
Jeder Schultyp und jede Region steht vor anderen Herausforderungen,
so wie auch die deutschen Interessen regional verschieden sind. Es gibt aber besonders
wichtige Themen, die uns allen gemeinsam sind, und auf diese konzentriert sich die
Stellungnahme des WDA zu dieser Anhörung:
Deutsche Sprache und Kultur
- In Auslandsschulen lernen Kinder von klein auf die deutsche Sprache
und Kultur – als Erwachsene werden sie eine große Unterstützung für die
Industrie, als Mitarbeiter, als Partner, als Kunden;
das in Auslandsschulen investierte Geld macht sich bezahlt!
- Auslandsschulen bilden eine intellektuelle Elite aus.
- Sehr oft sind die Diplomaten verschiedener Länder ehemalige Schüler der
Auslandsschulen – das macht den politischen Kontakt einfacher und
fruchtbarer.
- Die Schulen sind nicht zwei- sondern dreisprachig:
Deutsch, Landessprache, Englisch.
Qualitätssicherung und –förderung / PISA
- Der Wettbewerb vor Ort wächst überall.
- Eltern sind anspruchsvolle Kunden.
- Die Schulen bestehen nur durch Qualitätssicherung, auch hier ist
die deutsche Unterstützung unerlässlich.
- Die Schulen sind der Mittelpunkt der bilateralen Beziehungen zwischen
Deutschland und den Sitzländern:
alle kommen in ihnen zusammen: Industrie, Kirchen usw.
Schule als langfristiges Projekt braucht Planungssicherheit
- Unsere Schulen versprechen den Eltern einen Schulabschluss für ihre Kinder:
das bedeutet ein 12 Jahre langes Engagement unter vergleichbaren
Bedingungen.
- Die dazu notwendige Mittel- und Langfristigkeit bedeutet einerseits die
professionelle Planung der Schulträger als Unternehmer, andererseits aber
auch Planungssicherheit bzgl. der deutschen Unterstützung.
- Neue Schulprojekte, die den Schwerpunkten der Außenpolitik entsprechen,
brauchen auch eine gesonderte Finanzierung;
Schule ist ein langfristiges Unternehmen, das über Jahrzehnte
partnerschaftlich aufgebaut wurde – der Verlust eines Standortes
durch Kürzungen ist kaum rückgängig zu machen.
Zukunftssicherung durch Schulbeihilfe und Lehrer
- Die Schulbeihilfe hat je nach Schule eine ganz unterschiedliche Gewichtung.
Man muss SBH pro Kopf berücksichtigen!
Manche Schulen können nicht ohne, andere leisten für wenig SBH
erhebliches für die Freundschaft Deutschlands zum Gastland!
- Fast noch wichtiger: die Lehrer.
Ohne deutsche Lehrer keine deutsche Schule!
- Die entsandten Lehrer lernen im Ausland dazu; ihre Erfahrung ist wertvoll,
wenn sie nach Deutschland zurückkehren;
sie sollten besser anerkannt und „genutzt“ werden.
Studienstandort Deutschland
- Ein wichtiges Maß, wenn auch schwer zu erfassen.
- Wichtige Nuance: wer nach dem Abitur nach Deutschland geht, bleibt dort;
wer nach dem Grundstudium nach Deutschland geht,
kehrt in sein Land zurück und wird Brückenbauer!
Netzwerke, Synergien, öffentlichkeitswirksam sein
- Auslandsschulen bilden Netzwerke: untereinander, mit Deutschland
in allen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur usw.).
- Schulen sind Multiplikatoren.
- Existierende Synergien müssen besser genutzt werden:
Kultur, Musik (z.B. Stuttgarter Philharmoniker in Mexiko),
Sport (z.B. Fußballmeisterschaft der Auslandsschulen in Deutschland);
Beziehung zwischen den Schulen und den Bundesländern.
- Mit dem Goethe-Institut müssen Synergien gefunden werden;
in vielen Ländern existieren beide Institutionen nebeneinander und
verpassen viele Chancen des Miteinanders.
Der WDA vertritt Schulträger
- Schulträger investieren viel Geld in ihre Einrichtungen
(außerhalb Europas gehören die Einrichtungen dem jeweiligen e.V.,
der auch für ihren Erhalt aufkommt).
- Einige Schulen sind über 100 Jahre alt;
sie sind und waren deutsche Schulen, in guten und in schlechten Zeiten.
- Die Schulträger / Schulvorstände arbeiten ehrenamtlich:
117 anerkannte Auslandsschulen x im Durchschnitt 12 Vorstandsmitglieder
= 1400 ehrenamtliche Personen,
meistens Ehemalige der jeweiligen Schule, die sich einsetzen,
weil sie etwas von dem zurückgeben wollen, was sie bekommen haben.
Dazu kommen noch viele andere Schultypen,
die auch ehrenamtlich getragen werden.
Wir sind verlässliche Partner, wir haben gemeinsame Ziele!
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